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MOZOM-analyse

MOZOM vergleicht: Bertelsmann, Van Thillo und europäische Medienmacht, Monopol oder Konzentration?

KI-Bild einer europäischen Nachrichtenredaktion mit Bildschirmen, Zeitungen, Smartphones und einer abstrakten Europakarte zur Veranschaulichung der Medienkonzentration.
Quelle
ACM, Reuters Institute, Euromedia Ownership Monitor, Europese Commissie, DPG Media, RTL Group, Bertelsmann en Axel Springer
MOZOM-Titel
MOZOM vergleicht: Bertelsmann, Van Thillo und europäische Medienmacht, Monopol oder Konzentration?
Originaltitel
Der europäische Nachrichtenmarkt wird nicht von einem Eigentümer kontrolliert, der Zugang zur Öffentlichkeit erfolgt jedoch durch immer weniger Tore
Autor
MOZOM-redactie
Datum
2 juli 2026 om 14:20
Thema
Der europäische Nachrichtenmarkt verfügt nicht über ein einfaches gesetzliches Monopol, aber die Kombination aus DPG Media, RTL, Bertelsmann, Mediahuis, Axel Springer und Big Tech zeigt eine starke Konzentration der Nachrichten-, Vertriebs- und Werbemacht.

Zusammenfassung des Originalberichts

Die Frage ist also nicht, ob es ein geheimes europäisches Nachrichtenmonopol gibt. Die bessere Frage ist, wo sich die Macht ansammelt. Die ACM erlaubte die Übernahme von RTL Nederland durch DPG Media nur unter strengen Auflagen, da sowohl DPG als auch RTL wichtige Nachrichtenakteure sind. Dazu gehörte, sicherzustellen, dass RTL Nieuws und NU.nl frei zugänglich blieben, über getrennte Redaktionen verfügten und unter der Aufsicht neuer unabhängiger Stiftungen standen. Das Reuters Institute bezeichnet die niederländische Medienlandschaft als hochkonzentriert und weist darauf hin, dass DPG Media und Mediahuis zusammen mehr als neunzig Prozent der niederländischen Zeitungen besitzen, während DPG auch NU.nl besitzt. Euromedia Ownership Monitor beschreibt, dass die DPG mit RTL Niederlande eine noch größere Position in den Bereichen Nachrichten, TV und Digitalvertrieb erlangen wird. Gleichzeitig baut Bertelsmann Sky Deutschland über die RTL Group in Deutschland weiter aus und die RTL Group verfügt über Dutzende TV-Sender, Streaming-Dienste und Radiosender. Axel Springer hat seine englischsprachige Nachrichtenreichweite mit der Telegraph Media Group erweitert. Das ist kein einfaches Monopol, sondern ein Muster der Medienkonzentration.

Eigene Quellenrecherche

MOZOM hat vier Schichten nebeneinander platziert. Erste Ebene: Eigentum. In den Niederlanden weisen Reuters Institute und Euromedia Ownership Monitor auf einen stark konzentrierten Markt hin, wobei DPG Media, Mediahuis, der öffentlich-rechtliche Rundfunk und RTL die Schwerpunkte bilden. Seit dem 1. Juli 2025 ist RTL Nederland Teil von DPG Media, während Bertelsmann/RTL Group RTL Nederland für 1,1 Milliarden Euro verkauft hat. Zweite Ebene: Garantien. Die ACM erlaubte die Übernahme nur unter Auflagen: RTL Nieuws und NU.nl müssen frei bleiben, getrennte Redaktionen unterhalten, keine redaktionellen Inhalte oder Nutzerdaten austauschen und unter zusätzliche unabhängige Stiftungen fallen. Dritte Ebene: Europäischer Maßstab. Über die RTL Group verfügt Bertelsmann über bedeutende Positionen im europäischen TV-, Radio-, Streaming- und Produktionsbereich und die RTL Group hat Sky Deutschland/DACH übernommen. Axel Springer hat die Übernahme der Telegraph Media Group im Jahr 2026 abgeschlossen. Vierte Ebene: Vertrieb. Das Reuters Institute 2026 zeigt, dass soziale Plattformen und Videoplattformen im Durchschnitt wichtiger geworden sind als native Nachrichtenseiten und Apps, während der organische Google-Suchverkehr zu Tausenden von Nachrichtenseiten stark zurückging. Ihre eigene Schlussfolgerung: Die Macht liegt nicht nur darin, wem eine Zeitung gehört, sondern auch darin, wer den Weg zum Leser kontrolliert.

Auffallend in dieser Nachricht

Es fällt auf, dass der Wortwettbewerb in beide Richtungen funktioniert. Unternehmen verwenden das Wort, um größer werden zu dürfen: Europäische Medien brauchen Größe, um mit Big Tech konkurrieren zu können. Die gleiche Realität nehmen auch Vorgesetzte zum Anlass, Grenzen und Garantien zu fordern: Wird eine Gruppe zu groß, kann die Nachrichtenvielfalt unter Druck geraten. Daher wird Medienkonzentration oft als Schutz vor Big Tech dargestellt, während sie gleichzeitig neue inländische Gatekeeper schaffen kann.

Weniger sichtbarer Kontext

Weniger sichtbar ist, dass redaktionelle Unabhängigkeit und Eigentumskonzentration gleichzeitig bestehen können. Ein Redaktionsstatut, eine Stiftung oder Satzung kann echten Schutz bieten. Das Vorhandensein solcher Garantien zeigt aber auch, dass das Risiko nicht eingebildet ist. Wenn die Regulierungsbehörden ausdrücklich festlegen müssen, dass NU.nl und RTL News getrennt bleiben, dass Benutzerdaten nicht weitergegeben werden dürfen und dass Chefredakteure geschützt werden, dann ist dies an sich schon ein Signal dafür, dass die Nachrichtenvielfalt anfällig für solche Übernahmen ist.

Mögliche Botschaft hinter der Nachricht

Eine mögliche Botschaft ist, dass die Zukunft der Nachrichten weniger durch einen offenen Zeitungskiosk mit einzelnen Titeln als vielmehr durch ein paar große Türen definiert wird: Mediengruppen, Suchmaschinen, soziale Videos und KI-Antworten.

Neutrales Fazit

Die neutrale Schlussfolgerung: Nein, es gibt keine Beweise für ein einziges europäisches Nachrichtenmonopol von Bertelsmann, Van Thillo oder einem anderen Player. Aber das Konzentrationsmuster ist real. DPG Media, Mediahuis, Bertelsmann/RTL, Axel Springer und Big Tech bilden zusammen keine zentrale Redaktion, bilden aber eine engere Infrastruktur, über die Nachrichten an die Öffentlichkeit gelangen. Für MOZOM ist genau das der Kern: nicht nur zu fragen, wer den Artikel schreibt, sondern auch, wem der Weg zum Leser gehört.

Quelle: