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MOZOM-analyse

MOZOM vergleicht: EU überarbeitet CSRD-Standards, weniger Meldeaufwand oder weniger Transparenz?

Type: Analyse Autor: Paul Giezen Published: 3 juli 2026 om 20:59 Report a correction
KI-Bild einer europäischen Fabrik mit Messgeräten, Paletten und Nachhaltigkeitskontrolle zur Veranschaulichung der EU-Überprüfung der CSRD- und ESRS-Berichterstattung.
Quelle
Europese Commissie
MOZOM-Titel
MOZOM vergleicht: EU überarbeitet CSRD-Standards, weniger Meldeaufwand oder weniger Transparenz?
Originaltitel
Europäische Kommission verabschiedet überarbeiteten ESRS und freiwilligen Nachhaltigkeitsberichtsstandard für kleinere Unternehmen
Autor
Paul Giezen
Datum
3 juli 2026 om 20:59
Thema
Die Europäische Kommission hat am 3. Juli 2026 überarbeitete europäische Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und einen freiwilligen Standard für kleinere Unternehmen verabschiedet.

Zusammenfassung des Originalberichts

Die Europäische Kommission hat am 3. Juli 2026 überarbeitete Europäische Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung (ESRS) sowie einen freiwilligen Berichterstattungsstandard für kleinere Unternehmen verabschiedet. Der Kommission zufolge soll das neue ESRS den Verwaltungsaufwand verringern und gleichzeitig eine hohe Informationsqualität gewährleisten. Die Kommission sagt, dass die Zahl der obligatorischen Datenpunkte um mehr als 60 Prozent und die Gesamtzahl der Datenpunkte um mehr als 70 Prozent sinken wird. Die erwarteten Kosteneinsparungen betragen mehr als 30 Prozent pro Unternehmen. Der freiwillige Standard soll kleineren Unternehmen außerhalb der CSRD helfen, wenn Banken, Investoren oder größere Kunden Nachhaltigkeitsinformationen anfordern. Neu ist auch die Wertschöpfungskettenobergrenze: CSRD-pflichtige Unternehmen dürfen von kleineren Unternehmen in ihrer Wertschöpfungskette nicht mehr Informationen verlangen, als der freiwillige Standard abdeckt. Die Texte werden nun dem Europäischen Parlament und dem Rat für einen zweimonatigen Überprüfungszeitraum mit möglicher Verlängerung vorgelegt.

Eigene Quellenrecherche

MOZOM hat drei Quellebenen nebeneinander platziert. Ebene eins: Die Kommission stellt die Überarbeitung als Teil von Omnibus I vor, mit mehr als 60 Prozent weniger obligatorischen Datenpunkten, mehr als 70 Prozent weniger Datenpunkten insgesamt und mehr als 30 Prozent geringeren Meldekosten pro Unternehmen. Schicht zwei: Auf der CSRD-Rechtsseite heißt es, dass die Gesetze vom 3. Juli 2026 noch von Parlament und Rat geprüft werden und erst nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft treten. Schicht drei: In C(2026) 5011 geht es nicht nur darum, kleinen Unternehmen zu helfen, sondern auch darum, die Informationsmacht in Wertschöpfungsketten zu begrenzen. Das Besondere an MOZOM ist, dass es bei dieser Datei nicht nur um die Verwaltung geht. Die Berichterstattung bestimmt, welche Realität messbar wird. Weniger Felder können Unternehmen eine Atempause verschaffen, können aber auch bestimmen, welche Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsinformationen später nicht mehr standardmäßig verfügbar sind.

Auffallend in dieser Nachricht

Es fällt auf, dass die Kommission versucht, gleichzeitig an zwei Worten festzuhalten: Vereinfachung und Qualität. Das ist politisch sinnvoll, aber analytisch spannend. Wenn 60 bis 70 Prozent der Datenpunkte wegfallen, stellt sich nicht nur die Frage, wie viel billiger das Reporting wird. Die Frage ist auch, welche Datenpunkte verschwinden werden, für wen diese Informationen nützlich waren und wer stärker sein wird, wenn ein Lieferant, eine Bank oder ein Bürger um eine Erklärung bittet.

Weniger sichtbarer Kontext

Weniger sichtbar ist, dass die Nachhaltigkeitsberichterstattung keine rein administrative Angelegenheit ist. Es legt fest, wie Unternehmen Risiken im Zusammenhang mit Klima, Biodiversität, Mitarbeitern, Lieferanten und Menschenrechten in einer vergleichbaren Sprache darstellen sollen. Die Wertschöpfungskettenobergrenze schützt kleinere Unternehmen vor übermäßigen Informationsanfragen, kann aber gleichzeitig den Datenfluss aus der Kette begrenzen. Dadurch verlagert sich die Machtfrage von „Wie viele Regeln gibt es?“ hin zu „Wer kann welche Informationen verlangen und wer kann Nein sagen“.

Mögliche Botschaft hinter der Nachricht

Eine mögliche Botschaft ist, dass Europa weiterhin Nachhaltigkeit messen will, den Maßstab aber lockerer macht. Die politische Frage ist, ob dieser leichtere Maßstab noch ausreicht.

Neutrales Fazit

Die neutrale Schlussfolgerung: Die Kommission hat am 3. Juli 2026 ein überarbeitetes ESRS und einen freiwilligen Standard verabschiedet, mit einer deutlichen Reduzierung der Datenpunkte, einer Obergrenze für die Wertschöpfungskette und einer weiteren Überprüfung durch Parlament und Rat. Die deutlichere Lesart von MOZOM besagt, dass es sich hierbei um einen Kompromiss zwischen Kostenerleichterung und Informationstiefe handelt. Eine geringere Berichterstattung kann Unternehmen helfen, doch die Transparenz ist nur dann wirklich gewährleistet, wenn klar bleibt, welche Informationen nicht verschwinden sollen.

Quelle:

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