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MOZOM-analyse

Vom Aufnahmeausfuehrer zum Milliardensystem: die Steuerrechnung hinter der Asylaufnahme

Type: Analyse Autor: die Redaktion Published: 1 augustus 2026 om 07:30 Report a correction
Realistisches redaktionelles Bild temporaerer europaeischer Aufnahmecontainer mit Verwaltung, Rechner und Dokumenten als Illustration der oeffentlichen Kosten der Asylaufnahme.
Quelle
COA, Tweede Kamer, Officiele bekendmakingen, Fedasil, Destatis, Bundestag en Franse Senaat
MOZOM-Titel
Vom Aufnahmeausfuehrer zum Milliardensystem: die Steuerrechnung hinter der Asylaufnahme
Originaltitel
COA, Fedasil, Deutschland und Frankreich zeigen, wie Asylaufnahme zu einem oeffentlich finanzierten Milliardensystem wird
Autor
die Redaktion
Datum
1 augustus 2026 om 07:30
Thema
MOZOM untersucht anhand amtlicher Jahresabschluesse, Haushaltsunterlagen und Statistiken, wie die Asylaufnahme in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Frankreich finanziell gewachsen ist und wo die Steuerrechnung landet.
Recherche HTML-Chart oeffnen Interaktiver Chart mit COA-Wachstum, Kostenaufteilung und europaeischen Vergleichszahlen; Quellenlinks stehen unten. Recherche CSV-Daten herunterladen Wiederverwendbare Tabelle mit MOZOMs Berechnung auf Basis offizieller Quellen. Recherche JSON-Daten herunterladen Strukturierter Datensatz mit Betraegen, Indikatoren, Fussnoten und Quellen-URLs.

Zusammenfassung des Originalberichts

Laut eigener finanzieller Rechenschaft stieg das COA von 851,6 Millionen Euro Einnahmen im Jahr 2021 auf 3,712 Milliarden Euro im Jahr 2025. Die durchschnittliche Belegung wuchs von 55.600 Personen im Jahr 2023 auf 73.991 im Jahr 2025; Ende 2025 lebten 79.137 Menschen in der Aufnahme. Der Personaleinsatz stieg von 6.845 Beschaeftigten Ende 2023 auf 8.697 Ende 2025. Belgien hat mit Fedasil einen vergleichbaren Aufnahmeakteur: Die foederale Dotation stieg von 296,4 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 929,4 Millionen Euro im Jahr 2024. Deutschland hat kein einzelnes COA-Gegenstueck; Aufnahme und Leistungen laufen ueber Bund, Laender und Kommunen. Allein die Asylbewerberleistungen kosteten 2024 brutto 6,718 Milliarden Euro und netto 6,423 Milliarden Euro. Frankreich ist noch zersplitterter: Der Senat nennt fuer 2025 mindestens 1,85 Milliarden Euro Asylkosten und sagt, erkennbare Kosten laegen bei rund 2 Milliarden Euro, waehrend bestimmte medizinische, soziale, schulische und polizeiliche Kosten nicht voll enthalten sind. Die Schlussfolgerung ist nicht, dass Aufnahmeorganisationen Gewinnunternehmen sind. Sie lautet, dass Asylaufnahme zu einem grossen oeffentlich finanzierten System mit eigenem Personal, Standorten, Vertraegen, Gesundheitskosten und Notaufnahmelogik geworden ist.

Eigene Quellenanalyse: oeffentliche Budgets neben Belegung und Personal

MOZOM stellte Zahlen aus COA-Jahresabschluss, Parlamentsunterlagen, Fedasil-Budgets, Destatis-Tabellen und franzoesischen Senatsberichten nebeneinander. Die passende HTML-Grafik, CSV-Daten und JSON-Daten stehen als klickbare Recherchelinks bei diesem Artikel und in der Quellenliste. Die Tabelle ist bewusst keine einfache Rangliste, weil die Laender Kosten unterschiedlich buchen. Die Niederlande und Belgien haben erkennbare Agenturen. Deutschland bucht einen grossen Teil ueber Asylbewerberleistungen sowie ueber Laender und Kommunen. Frankreich verteilt Kosten ueber Haushaltsprogramme, Betreiber und Notunterbringung. Der Mehrwert liegt in der Trennung: Organisationsbudget, Leistungskosten, Aufnahmekapazitaet, Personal und Fussnoten werden nebeneinander gelegt, nicht zusammengeworfen.

Von der Krise zur festen Kapazitaet

Der scharfe Punkt liegt nicht im Wort Aufnahme, sondern im Uebergang von Notfall zu Struktur. In den Niederlanden stieg das COA-Budget von weniger als 1 Milliarde Euro im Jahr 2021 auf mehr als 3,7 Milliarden Euro im Jahr 2025. Die Organisation arbeitet mit Tausenden Beschaeftigten, Hunderten Standorten und hohen Sachkosten. 2025 betrugen allein die Sachkosten 2,317 Milliarden Euro; Personal und Overhead lagen bei 860,1 Millionen Euro; Gesundheitsversorgung bei 357,9 Millionen Euro. Das sind keine abstrakten Zahlen. Es sind kollektive Mittel, die nicht gleichzeitig fuer andere oeffentliche Ziele ausgegeben werden koennen.

Warum geringerer Zustrom nicht sofort geringere Kosten bedeutet

Asylaufnahme ist ein Bestandsproblem, nicht nur ein Zustromproblem. Wenn Verfahren lange dauern, Kommunen Schutzberechtigte nicht unterbringen koennen und Familiennachzug dennoch in der Aufnahme landet, bleibt die Belegung hoch. Kosten sinken deshalb nicht automatisch, wenn weniger neue Antraege kommen. Fedasil zeigt denselben Mechanismus: weniger Antraege 2025, aber ein Netz, das fast voll blieb. Frankreich meldet eine Aufnahmequote von rund 72 Prozent, waehrend Unterbringung die schwerste Kostenschicht bleibt. Die gesellschaftliche Frage lautet dann: Wie viel voruebergehende Notlogik darf dauerhaft werden, bevor Steuerzahler Anspruch auf eine harte Revision haben?

Mögliche Botschaft hinter der Nachricht

Die amtliche Botschaft lautet: Aufnahme waechst durch Druck auf die Kette und braucht stabilere Finanzierung. Die kritische Gegenlesart lautet: stabile Finanzierung kann die Krise auch normalisieren, wenn Verfahren, Rueckkehr, Wohnraum und Zustrom nicht zugleich geloest werden. Die harte gemeinsame Tatsache bleibt die Rechnung: Buerger zahlen ueber kollektive Haushalte.

Neutrales Fazit

Die harte Schlussfolgerung ist weniger spektakulaer als das Wort Asylindustrie, aber wichtiger. Nach der oeffentlichen Jahresrechnung ist das COA kein bewiesenes Gewinnunternehmen. Fedasil, BAMF, OFII und franzoesische oder deutsche Betreiber passen ebenfalls nicht einfach in diese Schublade. Aber die Asylaufnahme ist zu einem Megasystem mit Milliardenbudget geworden, getragen von Steuer- und Beitragsgeld. Wer darueber spricht, muss kein verborgenes Komplott beweisen. Die sichtbaren Dokumente sind schwer genug: Die Aufnahmerechnung waechst, die Kette ist blockiert und der Buerger zahlt.

Quelle:

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